Fahrrad

Angefangen hat alles mit einem sehr alten Damen- Rennrad, welches ein Geschenk aus der Nachbarschaft war. Das Rad ist so alt, das es wohl inzwischen einen Liebhaberwert haben dürfte. Wie es wohl mit den meisten Dingen ist die Spaß machen, bleibt man dran, sammelt Erfahrungen und versucht zu optimieren. Somit  folgte dann ein Trecking Rad, so für den allgemeinen Gebrauch, ein wenig radeln in der Freizeit. Inzwischen  habe ich das Trecking Rad verkauft und mir ein Mountain Bike zugelegt, ein "TwentyNiner" von Spezialized

 

.... denn für die Straße habe ich jetzt mein Willier. Die Touren wurden immer länger und ich fahre auch gerne schnell, also kam die Idee von einem Rennrad. Es gibt echt Vergleiche zum Hobby Motorrad...... Umritzeln hier, andere Kurbel da, noch ein bißchen Carbon, selbst der Reifendruck wird diskutiert :-)

Leider wurde ich schlecht beraten und der Rahmen vom Rad war viel zu groß für mich, ich hatte aber Glück und konnte es gut verkaufen und habe mir dann ein passendes Rad gekauft. An dieser Stelle herzlichen Dank Alberto von "Il Diavolo" für Deine Zeit und Deine Mühe. Jetzt habe ich mein Traumrad

Lanzarote im März

Das eigenes Rad mitzunehmen ist ungefähr genauso aufwendig, wie das ganze Gerödel für ein Motorrad-Renntraining zu packen. Ich habe lauter Herzen, Smilies und liebe Grüße für die Flugzeugpacker auf den Karton gemalt, damit sie diesen nicht so doll schmeißen ( die Jungs haben mir tatsächlich zurückgemalt :-) )

Nun, gleich am ersten Tag, nach der langen Winterpause, sofort 100 km hinzusemmeln hat zwar super Spaß gemacht, aber die Quittung kam dann am nächsten Morgen....... AUA!!! Ich glaube ja, das mir Muskeln gewachsen sind wo gar keine hingehören, zumindest hat es sich so angefühlt und über meinen Hintern spreche ich erst gar nicht :-)

 

 

 

 

 und jetzt mal ehrlich!!!!..... Wer hat eigentlich Gegenwind erfunden??? Auf dieser Insel hat man immer Gegenwind, egal in welche Richtung man gerade fährt. Ich glaube ja, man könnte auf der Stelle umdrehen und hätte schon wieder Gegenwind auf diesen laaaaaaaangen und endlosen geraden Straßen die niemals-nie-nicht enden wollen.

 

Es ist vollbracht..... mit dem Rennrad über die Alpen. 14tausen Höhenmeter in 6 Tagen. Es war spannend, was Neues, es war anstrengend, unbeschreiblich, es war manchmal grenzwertig, es war Abenteuer ...... aber auf jeden Fall schreit es nach mehr!!!

Nach einem kurzen Zwischenstop in München ging es gleich weiter nach Oberstdorf um von dort dann endlich am nächsten Tag die Reise mit dem Rad zu beginnen.

 

Tag 1 Oberstdorf - Lermoos / Oberjochpass

zunächst mußten wir uns erstmal an den Anhänger (Extra Wheel-der leichteste Anhänger der Welt) gewöhnen und es hat sich schnell herausgestellt das ich mit dem Hänger bergauf keine Chance hatte, dafür kam ich bergab besser zurecht und denke das meine Motorraderfahrung dabei eine sehr große Hilfe war.

 

Tag 2 bis Pfunds/ Piller Höhe und Fernpass

heute ging es dann gleich ans Eingemachte, zwei Pässe , nun und die Piller Höhe hatte es echt in sich. Tom hat stellenweise unmenschliches geleistet, immerhin zog er ständig 21kg die Berge hoch. Runter war dann wieder meine Aufgabe, was aber mit 18% auch keine Leichte war. Ein wenig habe ich es schon vermisst mal so richtig den Paß runter zu sausen.

Irgendwann trafen wir dann auf die erste Zieleinfahrt der "Schwalbe Transalp". Die Jungs der Organisation hatten uns wohl schon gesehen als ich gerade das komplette Gepäck transportierte und Tom noch in meinem Windschatten fuhr.  Na, der durfte sich was anhören :-) und das jedesmal, denn wir sollten die noch öfter treffen :-)

Tag 3 bis Meran / Reschenpass

Der Reschenpass ist landschaftlich wunderschön und oben angekommen erwartete uns eine herrliche Aussicht und ein großer See. Leider wurde ich von Bremsen angefallen und hatte häßliche und schmerzhafte Beulen .... schon wieder :-(

Heute sind wir die meisten km gefahren und konnten ein Stück auf der  "Via Claudia" genießen. Eine Radstrecke fernab von jedem Straßenverkehr, es war traumhaft und ließ sich flüssig fahren. Und weil wir einfach Bock dazu hatten, sind wir dann eine gute Stunde voll auf Tempo gesaust. Im Windschatten mit Anhänger durch bis nach Meran. Dort waren wir so müde und geschafft das wir kaum noch Kraft hatten uns ein Zimmer zu suchen.

 Außerdem war es dort sehr sehr teuer, doch zum weiterfahren waren wir einfach nicht mehr in der Lage. Zum Glück konnte ich jedoch einen Hotelier davon überzeugen uns günstiger schlafen zu lassen

 

Tag 4 bis Spormaggiore / Gampenjoch und Castello Thun

heute wird es ein verdammt harter Tag, gut das man das vorher nicht weiß. Ursprünglich wollten wir das Stilfser Joch fahren, entschieden uns dann aber fürs Gampenjoch, auch wenn uns unser Hotelier davor gewarnt hatte. "Leute das ist zu steil und ganz ohne seichte Passagen"...... nun und so war es dann auch, es war mörderisch und dazu kam noch diese Hitze, wir konnten eh nicht so schnell trinken wie wir Durst hatten und hingen manchmal Nachts noch unterm Wasserhahn um zu trinken. Oben angekommen trafen wir auf eine Gruppe Mountain-Biker, nun und so saßen wir da alle, ca. 15 Leute mit leerem Blick, schweigend und irgendwelche Kohlehydrate in den Mund stopfen :-)

Untem im Tal lag eine große Stadt, dort folgten wir diesem Radweg, der uns immer wieder zur Autobahn führte und es nicht mehr weiterging, wir kamen dort einfach nicht weg. Wir suchten einen Weg durch die Weinberge, inzwischen in der Mittagshitze und keine Ahnung wo wir hin sollten und es folgte ein Berg dem anderen..... aus lauter Verzweifelung hielt ich einen Pick up an, der dann uns und die Räder über diese Autobahn brachte.

Das war alles sehr kräftezehrend, sollte aber noch nicht reichen. Denn der nächste Ort, wo wir uns dann auch ein Zimmer suchen mußten bevor es dunkel wird, lag mitten in einem Paß. Es ging also schon wieder hoch. Es gab keine andere Möglichkeit, wir mußten einfach weiterfahren. Ich war dermaßen am Ende meiner Kräfte und kann mir nicht erklären, warum ich bei dieser Strapaze immer kurz vor einem Lachanfall stand, denn lustig fand ich das echt nicht.  Wahrscheinlich irgendeine Übersprungshandlung, keine Ahnung :-) ...... Nun wir haben es geschafft, ein Zimmer mitten im Berg mit der Aussicht morgen früh gleich wieder bergauf zu fahren ;-)

Tag 5 bis Riva / Ziel

.... und erstens kommt es anders und zweitens als man denkt..... nun wir wußten ja, das wir heute mitten im Berg starten müssen, aber es sollten ja nur noch 10 km zum Gipfel sein und danach immer nuuuuuuur bergab bis zum Gardasse. Darauf waren wir mental nun voll eingestellt, mit dem Gedanken locker ausrollen lassen bis zum See.

Tja, aber die Angaben waren leicht lückenhaft, denn nur bergab ging es keineswegs. Es kam zwar kein hoher Pass mehr aber es ging stetig rauf und runter und nahm einfach kein Ende.  Als wir dann von weit oben endlich auf den Gardasee blicken konnten, war das alles noch sehr unwirklich und die Einfahrt nach Riva auch sehr unspektakulär. Wir waren einfach zu müde und kaputt zu verstehen das wir es tatsächlich geschafft hatten.

Aber dann!!! nach einer Dusche und einem Essen, kriegten wir das Grinsen nicht mehr weg und die Freude war riesig :-)!!!!!

Tag 6 und 7

nun gut am Tage 6 haben wir dann einen Tag Pause gemacht, aber nur um uns am nächsten Tag Mountain Bikes zu leihen und damit in die Berge zu fahren ..... ich muß dazu sagen das ich noch nie Mountain Bikesgefahren bin, also ich meine damit so richtig im Gelände. Zu Beginn fand ich alles noch super klasse aber später bin ich echt an meine Grenzen gestoßen. Wir hatten stellenweise 35% Steigung und mir ging ständig das Vorderrad hoch. Irgendwann hingen wir mitten im Nirgendwo im Berg und es ging nicht mehr vorwärts. Später mußte ich dann lesen das diese Strecke nur für erfahrene Bergfahrer war.... na prima :-)

Tag 8

Tremosine...... und natürlich wieder bergauf :-) hoch zu den Schauderterrassen.

Da wir die Tunnel am Gardasse vermeiden wollten sind wir mit der Fähre auf die andere Seite und schon gleich ging es ab in den Berg. Die Auffahrt war mörderisch und die reinste Quälerei. Aber ich wußte das die Abfahrt wunderschön ist, da ich mit dem Motorrad schon einmal hier war. Aber eines hatte ich völlig vergessen..... eben genau die Tunnel :-/  Im unteren Drittel auf dem Weg runter kam diese endlos, lange, dunkle Röhre. Ich scheue nicht das Abenteuer, aber das Ding war unfahrbar und den Paß wieder hoch ???? Auf gar keinen Fall. Nun denn, nach kurzer Wartezeit konnte ich einen Motorradfahrer anhalten, der uns dann sicher, mit Licht und angenehmen Tempo durch den Tunnel brachte. Unten am See jedoch mußten wir dann doch noch durch so eine Röhre, noch dazu stark befahren. Das brachte zwar etwas Licht aber war brutal gefährlich und ich kann verstehen das das für Fahrräder verboten ist

Mein erstes Radrennen

Bei Rad am Ring war ich ja schon zwei mal aber immer nur mit meinem "Trekking Panzer" und mal so ne Runde bei den Touristen Fahrten. Doch jetzt mit dem Rennrad wollte ich einfach mal schauen was so geht :-)

Eins Fix Drei, angemeldet beim dem 25 Km Rennen also einmal um die Nordschleife und GP-Strecke.

Man hatte ich Düse :-) , am Start fing ich echt an zu zittern, schaute mir die anderen Mädels und Räder an und versuchte einzuschätzen wer wohl schnell ist .... totaler Quatsch :-) 

Das hinter meiner Startreihe die 24 Stunden Fahrer bereits die Zähne fletschten und zu allem bereit wahren, half auch nicht gerade weiter :-/.....

der Plan war..... das ich keinen Plan hatte :-) Der Start kam und ich fuhr einfach was die Beine hergaben AAAAAtaaackkkkkeeeee ........ Ich dachte schon am Ende der GP Strecke " alles klar wo kann ich mich hier bitte übergeben" aber dann ging es ja erstmal bergab :-) und das ist meine Stärke YES!!! ich habe keine Angst vor Geschwindigkeit und auch nicht vor schnellen Kurven und ich wußte ja was die Nordschleife so zu bieten hat , also los !!!!! Was ein Spaß...... und so langsam bei km 10 dämmerte es mir "WOW ich liege vorne"

nun jetzt war aber auch schon die tiefste Stelle der Rennstrecke erreicht, das heißt ab jetzt fast nur noch hoch. Der Berg rauf zur "Hohen Acht" zieht sich wie Hölle und hat bis zu 18%. Tom ist als Begleitung mitgefahren (betreutes Nordschleifen fahren) und versuchte mir die Nummer mit dem Windschatten klarzumachen. Ich war aber viel zu verpeilt dazu, entweder bin ich an ihm vorbeigefahren, oder er war auf einmal weg und ich hatte einfach keine Puster mehr zu rufen. Er hat die Motten gekriegt mit mir auf der Strecke.........:-)

Gegen Ende der schlimmsten und längsten Steigung war es dann soweit, zwei Mitstreiterinnen überholten mich und ich gab mich schon geschlagen, bis ich dann auf die Idee kam zu versuchen dran zu bleiben.

Normalerweise schreit Tom mich im Training oft an ich soll noch ne Schüppe drauf legen, aber diesmal blieb das, zu meiner Verwunderung aus. (wie ich später erfahren sollte hatte er Angst das ich dann blau angelaufen vom Rad kippe) da ich offensichtlich echt am Anschlag war.

Jetzt kam die lange Gerade und endlich war ich mal in der Lage Windschatten zu nutzen, weil wir dort in einer Gruppe fahren konnten. Das eine Mädel vor mir war genauso am Anschlag wie ich und mußte abreißen lassen...... jawoll......jetzt nur noch Eine vor mir...... da geht was....... jetzt hatte ich einen Plan :-) Endspurt, Schlußspurt, sowas hatte ich schon mal im Fernsehen gesehen :-) ...... die schnapp ich mir auch noch....... Wenn........ ja wenn da nicht noch eine leichte Steigung gekommen wäre, und oben auf der Kuppe Gegenwind und ich Tom als Windschatten nicht schon wieder irgendwie verpasst hätte :-)

MAN EGAL!!!! 2 Platz in der Gesamtwertung und 1 Platz in meiner Altersklasse 

und soviel Aufregung und Freude wie ich es mir nur Wünschen kann

Petra habe ich dann nach den Rennen kennengelernt. Sie hat den 3 und 2 Platz belegt. Wir werden in diesem Jahr als Vierer Team beim 24 Stunden Rennen starten als        Scherer Cycling Mixed Team

German Cycling Cup

....... und dann kam Münster

Der original Tour Teufel - Didi Senft -

zunächst mal ein paar Fakten:

Bei dem German-Cycling-Cup handelt es sich um die größte Hobbyradsportserie

In Münster waren es 4500 Starter. Der Autoverkehr wurde gesperrt für insgesammt 60/100 und 150 km. Die Zuschauer kann ich gar nicht schätzen, aber alle gaben ihr Bestes, es war ein Freude. Die zahlreichen Helfer sind unbedingt erwähnenswert, so haben sie doch vor jeder Kurve und vor allem bei jeder Verkehrsinsel oder anderen Hindernissen mit Trillerpfeifen, Fahnen oder lautem Geschrei aufmerksam gemacht.

 

nun zum Rennen.... da ich mich erst sehr spät für einen Start entschieden hatte, mußten wir ganz hinten aus dem letzten Startblock starten, dort trafen wir auch Petra ( die vom Nürburgring "Rad am Ring")

Ich brauche wahrscheinlich nicht schon wieder erwähnen wie nervös ich war, doch dadurch das ich ganz hinten startete wähnte ich mich sicher, hatte ich doch diesmal keinen im Nacken....... von wegen....... :-)

Es ging los......... Start..... und wie immer .... AAAAAttttackeeeeee....... wir hatten von Anfang an eine "4" auf dem Tacho, ich dachte ich guck nicht richtig. Tom vorne weg und Petra und ich hinterher im Windschatten. Nach 10 km, nun und wir fuhren immer noch 40 .... 43..... 41...... 43km/h.... dachte ich PRIMA!!!!! sind ja nur noch 50 km die ich fahren muß...... am besten suche ich mir gerade mal einen Baum hinter dem ich mich verstecken kann. Tom ließ mir aber keine Chance, drehte sich ständig um und brüllte ob ich noch da bin. Irgendwann hatte ich keine Luft mehr zu antworten, außerdem möchte ich erwähnen das das Feld dermaßen eng war und keinen Platz ließ für irgendwelche Mätzchen. Wir Drei haben Gruppe um Gruppe eingesammelt, das enge Feld........ und damit meine ich das man echt Rad an Rad oder Schulter an Schulter gefahren ist, hat ich nicht nervös gemacht und die ganze Sache lief gut ........ WEITER ; WEITER immer nur WEITER. Tom war irgendwann weg, ihm war es zuviel sich ständig umzudrehen, außerdem war auch er im Rennmodus und hatte eine gute Gruppe gefunden mit der er "kreisen" konnte.

Unterwes gab es ein paar üble Stürze, puh...... die waren nicht ohne und ich hoffe allen geht es wieder gut!!!

Für mich lief es weiterhin gut und ich traf unterwegs hier und da ein paar Jungs die mich mitzogen und so kam ich dann nach

1:33

ins Ziel!!!! YES!!! Das ganze Rennen,die Atmosphäre und die Anstrengung hat mich dermaßen geflasht das ich im Ziel hemmungslos geheult habe

 

60 km mit einem 39 Schnitt    Platz 60 von 215 in meiner AK Platz 22

für meinen ersten Cycling Cup freue ich mich dermaßen

Mein erstes Mountainbike Rennen

Habe mich spontan für das 30km Rennen in Neheim gemeldet und war natürlich wieder sehr aufgeregt, zumal ich so gar keine Ahnung hatte was auf mich zukommt. Deshalb war ich auch sehr froh das meine Schwester als "Rundumsorglos-Paket" mitgekommen ist:-)

In der Startaufstellung habe ich mich sehr weit hinten eingeordnet was aber im Nachhinein ein Fehler war

Es lief von Anfang an prima und ich hatte gute Beine, mein Ziel war es die Strecke in 2 Std zu fahren. Die Abfahrten waren toll und ich konnte es richtig fliegen lassen, man hat das Spaß gemacht :-)

Hätte ich geahnt wie gut es für mich läuft wäre ich von ganz vorne gestartet.

Denn es gab keine Transponder und so wurde nur die Bruttozeit gewertet. Das heißt die vorne gestartet sind waren schon 10 min weg, bevor ich auch nur die Startlinie überfahren habe, das war unmöglich noch einzuholen.

Meine reine Fahrtzeit war 1 Std 32 min ...... da hätte echt was gehen können :-)

Triathlon Hagen

Wer macht wohl was???

 

 

 Team Pulsschlag

Nicole und ich kennen ja schon die Wettkampf-Atmosphäre, aber für Silke war das alles neu. Am Anfang war sie noch tiefenentspannt ( ..... ist ja alles nur Spaaaaaß) , aber als wir dann die "Arena" betraten wurden  auch sie angesteckt.

 

Die Triathlon Staffel hat wirklich Spaß gemacht. Silke war schneller als sie zu Anfang dachte, ich bin nach dem Lauf durch die Wechselzone mit wildem Geschrei losgefahren und habe bei den Abfahrten die Hohensyburg runter Höllenspaß  gehabt.  Nicole hat bei den Läufern wieder gnadenlos eingesammelt. Letztendlich haben wir es tatsächlich auf Platz 11 geschafft , das hätten wir gar nicht erwartet und haben uns sehr gefreut.

...... habe ich eigentlich erwähnt das heute der heißeste Tag des Jahres war :-)

24 Stunden Rennen bei "Rad am Ring"

Wenn ich ehrlich bin waren wir diesmal etwas weniger motiviert. Wir waren schlecht vorbereitet und hatten nicht wirklich viele Rennradkm in den Beinen. Das Wetter war dieses Jahr schlecht und ich hatte auch viele andere Wettkämpfe. Außerdem waren wir vom Kopf her sehr fokussiert auf die Deutschlandreise.

Aber wir hatten ein Team und das konnten und wollten wir auf keinen Fall im Stich lassen!!!!  Das " Scherer Cycling Mixed Team " bestand aus 4 Sportlern. Petra, Uwe, Tom und ich.

.... aber als es dann losging waren wir im Fieber, die Atmosphäre hatte uns gepackt und unser Team war prima drauf. Das 24 Stunden Rennen konnte beginnen. Wir wechselten nach jeder Stunde, so das jeder auch die Möglichkeit hatte des Nachts mal zu fahren. Von Müdigkeit war nix zu spüren, doch es wurde übelst kalt. Bei meiner Nachtrunde ist mir komplett das Licht ausgefallen und ich habe nur gehofft das in der schnellen Fuchsröhre nicht irgendwas auf der Strecke liegt. Eine Runde habe ich ausfallen lassen und Petra hat übernommen. Sie war sowieso super fit und gut drauf..... Hut ab!!!  Die Einfahrt ins Ziel war so emotional das ich mal wieder heulen mußte :-) ..... schon wiiieeeder

...... und dann kam 10 Std Hockenheim

Rückblick auf

........ UND DANN KAM HOCKENHEIM 10 h

mit Sicht auf mein "großes Vorhaben" dachte ich mir das dieses 10 Stunden Rennen eine wunderbare Etappe ist und eine gute Gelegenheit mal 200 km am Stück zu fahren, mehr wollte ich gar nicht.
Da ich aus dem Motorsport komme ist Rennstrecke quasi mein natürlicher Lebensraum ;) und macht mir großen Spaß, anders kann man es auch wahrscheinlich gar nicht erklären 10 Std lang auf 4,575 km im Kreis zu fahren.
Ich ging dann mal die übersichtliche Starterliste der Dameneinzelfahrer durch und fand dort unter anderem Tatjana, eine Schweizerin, die Rekorde hält im Einzelfahren bei Rad am Ring, bei 1000km irgendwas usw. usw. , weiter fand ich eine Ultraläuferin und eine mehrfache Ironman Finisherin.
na na nur nicht einschüchtern lassen :eek:...... zieh einfach Dein Ding durch
bevor ich gleich weitererzähle möchte ich Euch kurz Olli vorstellen.
Olli ist ein Bekannter aus dem Motorsport, ich kenne ihn nur als stark fettleibig und er ist schon sein lebenlang Diabetiker. ............... was soll ich sagen, der Kerl hat 60 kg innerhalb eines Jahres abgenommen und ist jetzt kerngesund, keine Diabetis mehr. Er ist in einem Jahr 15000 km auf einem Heimtrainer gefahren, bis er dachte, na eigentlich könnte ich auch mal draußen fahren. Er fährt jetzt seit einem Jahr Rennrad und ist unglaublich stark....... Ja und da er zur Zeit unstoppable ist und ebenso die Rennstrecke mag, sagte er sofort zu mitzukommen. Sein Ziel waren 250 km

Ankunft Freitag Abend, ich hatte Olli Pasterparty versprochen, aber leider war da nix, nur Anmeldung und ein leerer Magen......... ich kroch dann irgendwann in mein Zelt und überlegte ob ne Vollkornstulle, eine Flasche Bier und ne harte Nacht auf der Isomatte optimale Voraussetzungen sind.

Samstag morgen im Fahrerlager, überall war schon reges Treiben und jeder kramte, prüfte, ordnete oder rührte sich irgendein Zaubermittel zusammen.
Ich hatte mein Ziel fest im Blick...... Achtung-Fertig-Los........... WC........ zum drölften mal.... nervöse Blase :rolleyes:
Maaaaaan ich bin aber auch immer aufgeregt, ich liebe das...... sollte ich das irgendwann mal verlieren und gleichmütig werden, höre ich auf mit Wettkämpfen.

Der Start war unspektakulär , alle fuhren ganz locker raus. Meine Taktik war gaaaaaaaaaaanz ruhig, gaaaaaaaaaaaaanz langsam, aus totalem Mangel an Erfahrung dachte ich mir hinten ist die Ente dick................... Nach nur 5 Runden bekam ich Schmerzen im Bein Hä???? was soll das denn? kurz überlegt, was ist anders als sonst?? ...... neue Schuhe.... alles klar. ... Schnell raus und wechseln....... Läuft !!!!!
So und jetzt such Dir eine Gruppe und fahr einfach.......... tja was soll ich sagen, ich bin drei Stunden all alone gefahren, ich habe einfach keine Gruppe gefunden, bin immer wieder in Gruppen reingesprungen und wieder raus, entweder zu schnell oder so unruhig und unnötiges Gezappel, da hatte ich kein Bock drauf.
Um die Dramatik zu erhöhen gab es dann einen ordentlichen Platzregen, einmal durch bis auf die Socken und vorbei....... um dann zwei Stunden abzutrocknen, aber das war mir egal. In den Kuven wurde jetzt wg. der nassen Fahrbahn Panik verbreitet, die Hände flogen hoch, laute STOOOOOOP Rufe und was weiß ich noch......... EY, ist nass..... aber kein Glatteis!!!!!
Der Wind, mein Kryptonit war viel schlimmer, stets auf der Gegengrade kam der Wind an wie eine Wand. Böen bis zu 50 km/h waren angekündigt. Ich habe mich dann jedesmal auf diesen Kilometern hinter, egal wen versteckt, auch hinter sehr langsamen Fahrern, hab mir viel zu wenig zugetraut, außerdem war das ein echter Rhythmuskiller.

Ich kann Euch gar nicht sagen wie neidisch ich war wenn die großen Gruppen wie ein D-Zug an mir vorbeizogen, ich glaube ich hatte schon eine leicht, grünliche Farbe :D.............. aber der Sound war gigantisch. Die Schweizerin fuhr zum xten mal an mir vorbei und feuerte mich jedesmal an..... ich hatte sie vorab kennengelernt. Tolle Sportlerin, nette Frau!!!
Auch Olli hatte seinen Spaß und grinste im Kreis wenn wir uns trafen


.....und dann kam Wolfgang.......ich nenn ihn hier mal meinen Tria.....weil er so einen Liegelenker hatte. Es war PERFEKT!!!!
Er fuhr genau meinen Rhythmus, war total ruhig, kein gezappel, hat nicht einen Tritt ausgelassen und hübsch anzuschauen ;)
So........Dein Hintern gehört heute mir......er war einverstanden, kurze Pausen wurden angekündigt um sich dann nach einer Runde wieder zu treffen.
Jetzt hatte sich ein Schalter umgelegt und ich fuhr Runde um Runde ..... weiter immer weiter..... Dann hatte ich meine 200 km auf der Uhr, Ziel erreicht, ich fuhr nach vorne, Wolfgang feierte kurz mit mir und ich fuhr dann erstmal zum Fahrerlager.

Wat nu?? Ist ja noch Zeit und ich fühl mich gut, also weiter ......10 Runden schaffst Du sicher noch ....... Und dann ging es los.........

Es fuhr ein Team an mir vorbei, bestehend aus zwei Männern, im Windschatten ein Mädl.... irgendwie war ich da dran und wir hatten ganz schön Tempo drauf. Ich dachte ...... ach bockt sich gerade, bleib mal da dran, kannst ja irgendwann abreißen lassen. Als wir dann am Moderator vorbei fuhren, sagter dieser über Mikro ....
da kommen unsere beiden drittplazierten Damen :idee:

Ich hab hin und her geschaut und hier waren nur sie und ich................???????......... das kann doch nicht sein, es haben mich einige Frauen überholt, mehr als einmal.....aber vielleicht haben die ja mehr Pause gemacht, oder einen Defekt????
was soll ich denn jetzt machen ???.....falls das stimmt, will ich den Platz nicht kampflos abgeben, falls das nicht stimmt..... ach keine Ahnung.... bleib dran, fahr einfach und schalt die Birne aus
Wir bolzten Runde um Runde , ich fixierte das Hinterrad von meiner vermeintlichen Konkurrentin und legte mir einen Plan zurecht...... dieser war ....Atmen nicht vergessen und weitertreten. ............ ups da hätte es doch fast gekracht...... wg hohen Verkehrsaufkommen mußte ich durch eine Lücke springen, aber außer schleifenden Rädern und einen Riesenschreck ist nichts passiert.
Jetzt überrundete ich meinen Tria, er winkte freundlich und deutete wieder auf seinen Platz hinter sich........... Sorry Wolfgang..... ich habe hier ein Rennen zu fahren .......es war schön mit Dir, aber nicht von Dauer ;)
Weiter geht´s.............. immer noch starrte ich auf die drei Fahrer vor mir, das Mädl sagte irgendwann zu den Männer "ich will nur noch ins Ziel"
scheixxe das will ich auch .......... nach einem Blick auf die Uhr, stellte ich fest, das Rennen dauert nicht mehr lang....... kurz gerechnet..... genau
.................2 Runden noch
Ich dachte o.k jetzt kommt das Ding mit dem Endspurt...... hat man Dir schon erklärt und im TV hast Du das auch schon gesehen. Das Mädl vor mir wurde zusehends nervöser und immer schneller, wechselte ständig die Position und ich hinten dran
Letzte Runde
ich glaub ich muß brechen....... echt jetzt, mir wurde voll schlecht :eek:....... kurzes Check up ....Atmung o.k, Dir tut nix weh......also beruhige Dich, verdammt noch mal....... das half!!! Mein Plan stand jetzt fest, auf der Zielgerade gibst du Kniegas, als würde sich der Boden hinter Dir auftun. So ........ komm schon..... 1,2,3 rechts......1,2,3......links.....1,2,3.....rechts..... UND
AAAAATAAACKKEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEE
Ich bin raus aus dem Sattel und setze zum Sprint an, in dem Augenblick macht einer der Helfer von dem Mädl die Tür zu und ist mir im Weg, noch mal kurz rausnehmen, Lücke suchen und weg............. (er hat mir später versichert das sei keine Absicht gewesen, er hatte mich extra noch gesucht um mir das zu sagen :daumen:) ....passt schon.
Geiler Scheixx...... ich war als Erste im Ziel von uns beiden, habe sofort mein Rad an die Bande gestellt und mich auf den Boden gelegt.......schon wieder in Sorge das ich mich übergeben muß o_O
So...... lange Rede.... gar kein Sinn......der Moderator hatte sich schlichtweg geirrt , ich war gar nicht gemeint und es ging für mich zu keiner Zeit um den dritten Platz :)
Aber das ist mir total egal, denn für einen ganz, kleinen, winzigen Moment habe ich mich so gefühlt........
- ich habe mein Tagesziel weit übertroffen und bin heute 270 km am Stück gefahren
- habe tolle Leute und Sportler kennen gelernt
- es war einfach ein tolles Wochenende, ich konnte Erfahrungen sammeln,es war großartig
- auch Olli hat sein Tagesziel mit 320 km weit übertroffen, er ist in dieser Woche insgesamt 960 km gefahren

Die km kann mir keiner mehr nehmen und es war für meinen Kopf und mein Selbstvertrauen ein riesiger Meilenstein für das große Abenteuer am
04.Julifeld

Schade das es so wenig Rennen für Frauen gibt, wenn ich mal Rennen finde, steht da immer "Elite"..... das hört sich so an, als müsste man sich in Berlin vorne zu den Kenianern stellen, und um die Wette rennen.
Das hat echt Spaß gemacht!!!! Mehr davon ;)
Meine Schweizerin hat das 10 h Rennen mit Abstand gewonnen und am nächsten Tag das 60 km Rennen auch noch :daumen: ..... die kann aber auch Rad fahren ...wow

ich hoffe Ihr hattet ein wenig Spaß beim Lesen