Kennt Ihr Deutschland??

von Rostock nach Oberstdorf

der Plan war einmal der Länge nach durch Deutschland zu fahren. Da wir durch den Osten fahren wollten sind wir in Rostock gestartet.  Es sollten ca 1400km werden.

Leider sind wir nicht weit gekommen und wir war nur ganze 4 Tage unterwegs. Mein Knie hat mir bereits am zweiten Tag große Schmerzen bereitet, das hatte ich noch nie und nach Rücksprache mit der Notaufnahme in Magdeburg mußte ich abbrechen. Ich war so so traurig und wir mußten uns erstmal von der Reise verabschieden.

 

Trotzdem möchte ich erzählen das ich in den 4 Tagen unglaubliche und hilfsbereite Menschen getroffen habe. Ein Hotel ließ uns im Garten Zelten, ein Ruderhaus hat uns den Schlüssel überlassen und einen vollen Kühlschrank, wir sollten nur immer das Bier kalt stellen :-) , ein fremdes Paar in Magdeburg hat uns einen Schlafplatz angeboten, ebenso eine ältere Dame die sagte das im Wohnzimmer immer Platz für zwei Schlafsäcke sei. Liebe Leute ihr wart so nett zu uns, mögen Euch ganz viel Glück beschert sein!!!

Über 11 Wochen hatte ich Probleme mit dem Knie und ich mußte viele Wettkämpfe absagen. Nach den Blutegeln ging die Heilung dann aber sehr zügig vorran, die kleinen Biester machen schon echt gute Arbeit.

Expedition Norwegen

frei nach K. Tucholsky " Entwirf Deinen Reiseplan im Großen und lass Dich im einzelnen von der bunten Stunde treiben."

..... der ursprüngliche Plan war mit dem Rad vom Nordcap nach Gibraltar zu fahren, also einmal komplett durch Europa. Leider ließ sich das in diesem Jahr nicht umsetzen, aber Norwegen mußte schon mal sein.

Unter vielen Möglichkeiten habe wir die Kiel-Oslo Fähre gewählt, auch kleine Kreuzfahrt genannt, und waren mächtig beeindruckt von der Größe und Ausstattung des Bootes. Wir sind dann mit dem Auto nach Kronsberg gefahren und konnten dort den Wagen bei netten Norwegern sicher unterstellen. Von dort aus sollte es dann mit dem Rad einmal quer durch das Land nach Bergen gehen.

Von Kronsberg nach Uvdal

Die Natur hier ist unglaublich und es ist fast menschenleer. Was als Städtchen auf den Karten zu sehen ist, sind oftmals nur zwei, drei Häuser. Das macht den Lebensmitteleinkauf recht schwierig und wir haben immer gleich eingekauft wenn was kam. Das hatte natürlich zur Folge das man oftmals noch zusätzliche Kilos für viele Stunden im Gepäck hat. Für den ersten Tag war unsere Tour gleich hammerhart und die letzten zwei Stunden waren schmerzhaft.

Liebe Rennrad -und Mountainbikefreunde wir waren jeder mit 20 kg Gepäck unterwegs

da fühlen sich die Berge gleich anders an :-)

Trotzdem fahren wir ständig zu schnell und sind in diesem Sportmodus, anstatt ins Radwanderfeeling zu wechseln

105 km / 1500 hm

Von Uvdal nach Geilo

Das Streckenprofil hier ist mörderisch. Einen Pass hochzufahren finde ich nicht schlimm, dann weiß ich so jetzt geht es ein/zwei Stunden nur hoch, aber dieses Wellige macht mich wahnsinnig. Man findet keinen Rhythmus, die Beine brennen und man ist nur am Schalten. Es ist hier NIE!!! flach, nur rauf und runter, dazu noch diese mörderischen Rampen, man kann die Straße bis in den Himmel sehen, keine Kehren so das man sich mental von Kurve zu Kurve arbeiten kann ..... nö nix da.....  Los genau DA mußt Du rauf, kannst Du doch sehen :-) ...

Außerdem fahren wir immer noch zu schnell, das ist schwer abzustellen und wird sich bis zum Ender der Reise leider auch nicht ändern

Die Landschaft ist fantastisch, entschädigt und belohnt alles, ich habe noch nie etwas vergleichbares gesehen.

65 km / 1200 hm

 

Von Geilo nach Gudvangen

Leider war der Rallervegen wegen Schnee gesperrt und wir mußten ein Stück mit der Bahn fahren, was zwar schade aber trotzdem ein Erlebniss war, da die Bahn uns an den spektakulären Plätzen immer aussteigen und rumlaufen ließ.

Die Abfahrt dann war abenteuerlich und stellenweise unfahrbar, aber es war atemberaubend und als wir unten im Tal ankamen hatte ich Tränen in den Augen weil mich die Gegend einfach gepackt hat und ich noch nie was vergleichbares gesehen habe...... ja ja ich bin emotional, na und ?? ;-)

21 km nur runter, 10 davon geschoben

Von Gudvangen nach Kvandal .....oder ich hasse Radfahren???

Regen, den ganzen Tag

Wir wurden über einen Berg geleitet, weil der Tunnel fürs Rad gesperrt war. Den Berg haben wir komplett schieben müssen, es gab stellenweise 25 % Steigung und selbst das Schieben war mörderisch. Wir haben so 1 bis 2 Stunden gebraucht. In Voss war der LKW Verkehr krass und es war sehr anstrengend im Regen und den großen Brummis. Wir wollten dann nur noch 20 km weiter, aber leider waren die Campingplätze entweder noch geschlossen oder es gab gar keine. Wir waren richtig verzweifelt und konnten einfach nicht mehr. 10 km bedeuteten bei dem Wind und den Bergen eine weitere Stunde. Nach jeder Biegung kam wieder ein Anstieg, wir waren fassungslos und erschöpft. Meine Hände sind angeschwollen wie aufgeblasene Arzthandschuhe, das hatte ich beim Strongman auch. Ich glaube nasse Kälte ist mein Kryptonit ;-) Als endlich ein Campingplatz kam haben wir  uns dann diesmal eine Hütte genommen. Außerdem haben wir uns hier entschieden nicht nach Bergen zu fahren, sonst wären wir ja morgen schon da und wir hatten keine Lust auf eine Stadt.

91 km /1000 hm

Von Kvandall nach Odda

Die Tage sind lang, wir stehen meist schon um 6 Uhr auf, vielleicht liegt es daran das es hier ja nicht wirklich dunkel wird oder auch die Natur schon sehr früh mit viel Getöse erwacht. Heute habe ich wirklich überall Schmerzen, von Halswirbel-Tetris, eingeschlafenen Händen und einem Bordstein in den Schluterblättern bis hin zu seltsamen Symptomen mittig gesehen..... ich glaube ja das ist Organversagen ;-) Ich überlege noch ob ich mich kaputtlachen soll oder einfach nur weinen :-)

49 km/460hm

Von Odda nach Nesflaten

der Weg war einfach phänomenal und so langsam gehen mir die Worte und Superlative aus für die Landschaften die ich hier sehen darf. Zunächst ging es erstmal ganze 35 km nur hoch. Übele Rampen und lange, abenteuerliche Tunnel. Oben hatten wir eine Menge Schnee und anders als in den Alpen fährt man nicht gleich wieder runter, sondern ist erstmal in Hochebenen, die Aussicht ist fantastisch. Weiter ging es dann den Ryfylkvegen, hier war es so einsam das uns den ganzen Tag niemand begegnet ist und so haben wir dann am Abend einen schönen Platz für unser Zelt gefunden. Hier gab es so klitzekleine Fliegedinger die uns ständig gebissen haben, aber durch den Rauch eines kleinen Feuers hatten wir dann Ruhe. Leider konnten wir heute nirgendwo einkaufen, so wird es dann lecker Müsli mit Wasser geben.

60km/1000hm

Von Nesflaten nach Hebnes

Heute kam ich schlecht in den Tritt, es gab keinen Kaffe am Morgen da wir keinen Spiritus mehr hatten, dann fiel uns auf das heute wohl Sonntag ist und alle Geschäfte zu haben, somit nix zu Essen. Der neue Plan war also, so schnell wie möglich auf die nächste Fähre Richtung Stavanger denn eigentlich waren wir auch ziemlich auf.

Die Anstiege waren wieder mächtig hart und den Rest der Strecke haben wir uns bis zur Fähre über das heiß geliebte Wellenprofil gequält. Auf Hebnes angekommen war dann Sackgasse, wir durften nicht durch die Tunnel fahren und anders ging es nicht weiter. Die Insel ist sehr sehr klein und alles privat, somit fiel wild campen flach. Wir waren nunmehr 16 Std unterwegs und hatten keine Idee mehr.

Zum Glück trafen wir zur später Stunde noch eine Frau die uns einen Platz in ihrem Garten anbot und uns noch lecker Lasagne raus brachte :-)

92km / 1200 hm

So unsere Radreise war abgeschlossen und nun hatten wir noch einige Wanderungen auf dem Plan und es ging weiter mit dem Auto.

Die Route ging über Rjukan weiter nach Jostedalen und dort ergriffen wir die Chance eine Tour über den größten Gletscher Europas zu machen. Wir hatten tolle Guides "Ring" und seine Frau kommen aus Nepal, er selbst ist dort Sherpa und war schon 6 mal auf dem Everest. Hier in Norwegen hilft er aus solange in Nepal Monsum ist, dann kehrt er wieder heim.  Die Gletscherwanderung war unglaublich und bleibt mir unvergessen.... "Ring wir werden uns bestimmt wiedersehen!!!"

Nun auch mit dem Auto haben wir wieder viel zu lange Strecken zurückgelegt, das ist echt verbesserungswürdig. Wir sind nochmal über Odda gefahren, aber andere Pässe und unter anderem einen 23 km langen Tunnel. Dann weiter über Lysebotn, Sandnes und Kristiansand. Eigentlich wollten wir den Kjerag wandern und die Anfahrt dort hin war die krasseste Landschaft die ich je gesehen habe, vor allem wollte diese Hochebene gar nicht mehr enden. Die Gegend dort und die Abfahrt zum Fjord fand ich dann aber so brutal das mich der Mut verließ zum Plateau zu kraxeln. Unten am Fuße konnten wir noch Basejumper aus aller Welt beobachten wie sie mit Hubschraubern zur Absprungkante gebracht wurden. Wir sind dann weiter durch den größten Fjord der Welt gefahren um zum Preikestolen zu gelangen. Der Zeltplatz dort war aber so teuer das wir das echt nicht mehr eingesehen haben.

Kleines Fazit

Norwegen ist die bislang schönste, unglaublichste, unterschiedlichste Landschaft die ich  gesehen habe. Nach jeder Kurve wartet bereits ein weiters " Guck mal.... der Wahnsinn".

Ja die Mücken sind blöd und die haben uns angefallen wie ein kaltes Buffet, aber mit Autan war es erträglich und in den Griff zu kriegen.

Norwegen ist hammerteuer, es ist der helle Wahnsinn, manche Fähren und die Lebensmittel waren beispiellos teuer, aber es ist ja auch eines der teuersten Länder der Welt.

Wir müssen uns echt abgewöhnen so lange Strecken zu fahren, das richtet uns jedesmal hin :-) Raus aus dem Sportmodus, mehr Radwanderfeeling

 

Was Norwegen angeht....... Wir kommen wieder :-)